Was ist eigentlich eine Verschlussbrennerei?

Neben der Abfindungsbrennerei gibt es in Deutschland noch eine zweite wichtige Brennereiform: die sogenannte Verschlussbrennerei. Der Begriff klingt zunächst ziemlich technisch, beschreibt aber vor allem die Art, wie eine Brennerei steuerlich überwacht wird.

Während bei einer Abfindungsbrennerei mit festgelegten Durchschnittswerten gearbeitet wird, wird bei einer Verschlussbrennerei die tatsächlich produzierte Alkoholmenge exakt erfasst.

Warum heißt sie „Verschlussbrennerei“?

Der Begriff stammt aus der zolltechnischen Überwachung der Brennanlagen. Wichtige Teile der Anlage werden dabei kontrolliert oder gesichert, damit die produzierte Alkoholmenge genau nachvollzogen werden kann.

Dadurch soll verhindert werden, dass Alkohol unversteuert hergestellt wird.

Heute erfolgt diese Überwachung deutlich moderner als früher, der historische Begriff „Verschlussbrennerei“ wird jedoch weiterhin verwendet.

Wie arbeitet eine Verschlussbrennerei?

Im Gegensatz zur Abfindungsbrennerei wird hier nicht geschätzt, wie viel Alkohol entsteht. Stattdessen wird die tatsächliche Alkoholmenge genau gemessen.

Dadurch eignet sich dieses System besonders für:

  • größere Produktionsmengen
  • gewerbliche Spirituosenhersteller
  • Whisky-Destillerien
  • Gin-Produzenten
  • Industriealkohol

Die genaue Überwachung ermöglicht deutlich größere und kontinuierlichere Produktionen.

Bedeutet Verschlussbrennerei automatisch Industrie?

Nicht unbedingt.

Natürlich arbeiten viele größere Hersteller als Verschlussbrennerei. Trotzdem sagt diese Brennereiform allein noch nichts über Qualität, Handwerk oder Herstellungsweise aus.

Auch kleinere Brennereien können als Verschlussbrennerei geführt werden – beispielsweise wenn größere Mengen produziert oder bestimmte Herstellungsverfahren genutzt werden.

Der Begriff beschreibt deshalb in erster Linie:

  • die steuerliche Behandlung
  • und die Art der Überwachung durch den Zoll.

Welche Vorteile hat eine Verschlussbrennerei?

Da die Alkoholmenge exakt gemessen wird, sind deutlich größere Produktionsmengen möglich als bei einer Abfindungsbrennerei.

Außerdem bietet dieses System mehr Flexibilität bei:

  • Produktionsmengen
  • Rohstoffen
  • Herstellungsverfahren
  • und gewerblichen Produktionen

Deshalb wird die Verschlussbrennerei heute bei vielen professionellen Spirituosenherstellern genutzt.

Warum gibt es überhaupt zwei verschiedene Systeme?

Die beiden Brennereiformen sind historisch gewachsen. Kleine Obstbrennereien sollten früher einfacher arbeiten können, ohne dass jede produzierte Alkoholmenge exakt überwacht werden musste.

Für größere Produktionen war dagegen eine genauere Kontrolle notwendig.

Dadurch entstanden in Deutschland zwei unterschiedliche Systeme, die bis heute parallel existieren.